img_0342 img_0314 img_0202

Das Judenghetto von Wilna, 1942. Der Chef der Ghettopolizei, Jakob Gens, schickt sich an, ein Ghettotheater zu gründen. Er weiß, dass der Nazi-Offizier Kittel, dem das gesamte Ghetto untersteht, eine Schwäche für die Künste hat. Der Zionist Gens versucht insgeheim dadurch Juden zu retten, indem er sie als Schauspieler für die Nazis nützlich macht. Hermann Kruk, der Bibliothekar des Ghettos, verachtet Gens für seine schamlose Kollaboration als Chef der Ghettopolizei: Der ehemalige Kommunist Kruk zieht es vor, die Verbrechen der Nazis in seinem Tagebuch für die Nachwelt festzuhalten, und lehnt es ab, sich zum Handlanger der Deutschen zu machen.

Der Puppenspieler Srulik, dessen überleben zunächst dank des Theaters gesichert scheint, versucht, das beste aus der Situation zu machen: Gemeinsam mit seiner Handpuppe Lina und anderen Schauspielern ringt er dem ausgemergelten jüdischen Publikum und sogar den deutschen Zuschauern noch ein Lächeln ab. Nur der Unternehmer Weiskopf, der im Ghetto eine Schneiderei betreibt, die deutsche Wehrmachtsuniformen von der und für die Ostfront flickt, weiß mit Theater nicht viel anzufangen. Aber auch sein Unternehmen, in dem nur Juden arbeiten, macht diese für die Nazis nützlich. So wird auch er von Jakob Gens unterstützt, der inzwischen Leiter des gesamten Ghettos geworden ist und somit den Judenrat abgelöst hat.

Als der Nazi-Offizier Kittel die Annektierung des Ghettos Oschmany anordnet, sieht Gens die Chance gekommen, auch die 4000 Juden von Oschmany zu schützen. Doch Kittel sieht nur Platz für 2000 zusätzliche Juden im Ghetto…

Das vielfach preisgekrönte Stück „Ghetto“ des jüdischen Israelis Joshua Sobol basiert in weiten Teilen auf authentischen Quellen wie den Tagebuchaufzeichnungen des Bibliothekars Kruk. Es thematisiert das Leben im Wilnaer Ghetto aus der Perspektive der Juden und zeigt, dass man aus Opfern nicht Täter machen darf.

-> Fotogalerie.